2. Episode: Sozialer Status und die moralische Akzeptanz von KI

Shownotes

In dieser Episode von Denkstoff kompakt untersucht Clemente Minonne, wie sozialer Status unsere moralische Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz beeinflusst. Grundlage ist die empirische Studie von Schenk, Müller und Keiser (2024), die zeigt, dass Menschen KI moralisch systematisch kritischer beurteilen als menschliche Entscheider; selbst dann, wenn Entscheidungen transparent, fair und korrekt sind. Die Studie macht zudem deutlich, dass der Status der Organisation, in der KI eingesetzt wird, eine zentrale Rolle spielt. Dieselbe KI wird als moralisch deutlich akzeptabler wahrgenommen, wenn sie in einer hoch angesehenen Institution eingesetzt wird, als in einer Organisation mit niedrigem Status. Anhand von Szenarien aus Medizin, Personalrekrutierung und Journalismus wird gezeigt, dass Moralurteile nicht nur leistungsbasiert sind, sondern stark von Reputation, Verantwortungszuschreibungen und institutionellem Vertrauen geprägt werden. Sein persönliches Fazit: Vertrauenswürdige KI entsteht nicht allein durch technische Qualität, sondern durch ihren sozialen und organisatorischen Kontext.

Quelle: Schenk, P., Müller, V. A., & Keiser, L. (2024). Social Status and the Moral Acceptance of Artificial Intelligence. Sociological Science, 11, 989–1016. https://doi.org/10.15195/v11.a36

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