12. Episode: Human-Machine Augmentation - Wenn KI Arbeit ergänzt, aber nicht folgenlos verändert
Shownotes
In dieser Episode von Denkstoff kompakt spricht Prof. Dr. Clemente Minonne über Human-AI Augmentation im Arbeitskontext und darüber, weshalb die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI nicht nur eine technische Unterstützung darstellt, sondern eine tiefgreifende Veränderung organisationaler Entscheidungs- und Arbeitsstrukturen. Auf Basis des Literaturreviews von Nguyen und Elbanna (2025) zeigt diese Episode, wie Forschung Human-AI Augmentation derzeit strukturiert. Der Review analysiert 43 wissenschaftliche Beiträge und identifiziert drei zentrale Perspektiven: die Natur der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, die Auswirkungen auf Organisationen sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Besonders deutlich wird dabei, dass Augmentation nicht nur bedeutet, dass KI Aufgaben unterstützt, sondern dass sie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Entscheidungsräume strukturiert. Die Literatur zeigt unter anderem, dass Menschen KI je nach organisationalem Kontext sehr unterschiedlich wahrnehmen und häufig stärker auf Fehler von KI reagieren als auf vergleichbare menschliche Fehler. Weitere zentrale Themen der Forschung betreffen Fragen der organisationalen Fairness, neue Rollen wie Auditing oder Altering von KI-Systemen sowie Herausforderungen wie Vertrauen, Opazität und Integration in bestehende Arbeitsstrukturen. Sein persönliches Fazit: Human-AI Augmentation ist kein technisches Upgrade von Arbeit, sondern eine Neuordnung von Entscheidung, Aufmerksamkeit und Kompetenz in Organisationen – und damit eine zentrale Gestaltungsaufgabe moderner Arbeitspsychologie. Quelle: Nguyen, T., & Elbanna, A. (2025). Understanding human-AI augmentation in the workplace: A review and a future research agenda. Information Systems Frontiers. https://doi.org/10.1007/s10796-025-10591-5
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